Das Langzeitprojekt „Wake ups“ beschäftigt sich mit dem Einfluss und der Macht von Zeitlichkeit, dem Bewusstsein über das Künstlerdasein und dem radikalen Bruch von Intimsphäre.

Seit dem 01. Januar 2009 mache ich jeden Morgen unmittelbar nach dem Erwachen ein Selbstportrait von mir mit Hilfe einer analogen Kleinbildkamera (Yashica T3).

An diesen Bildern lässt sich sowohl Art und Beschaffenheit meines Schlafplatzes der vergangenen Nacht, als auch meiner Selbst an dem jeweiligen Morgen ablesen.

Es geht um Veränderung, Verfall, Routine.

Im Laufe der Jahre kann man anhand der Bilder den Wechsel von Jahreszeiten, von physischer und psychischer Verfassung beobachten. Vergänglichkeit von äußeren sowie inneren Umständen rücken in das Bewusstsein des Zuschauers.

Überwindet man als Betrachter den ersten beobachtenden, diagnostizierenden und vielleicht voyeuristischen Moment, geht es in der Arbeit jedoch vor allen Dingen um Kernfragen, die sich jeder Künstler stellt: Wann fängt mein Tag als als „Kunstschaffender“ an? Was gebe ich dafür auf? Was und wie viel bin ich bereit zu investieren? Zu welchem Zeitpunkt bin ich mir meiner Pflichten bewusst? Zu welchem Zeitpunkt eben nicht? Was sind meine Pflichten? Und wann beginnt eigentlich mein regulärer „Arbeitstag“ …..?

Das Ende dieser Reihe ist nicht geplant, wird die Arbeit doch mit jedem Tag stärker.

Künstler brauchen vor allen Dingen zähes Durchhaltevermögen, wenn Sie ihre Arbeit dem Publikum zugänglich machen wollen.

 

 

Eilike Schlenkhoff, 2015